Das Deutsche Institut für Menschenrechte ist die unabhängige Nationale Menschenrechtsinstitution Deutschlands (§ 1 DIMR-Gesetz). Es ist gemäß den Pariser Prinzipien der Vereinten Nationen akkreditiert (A-Status). Zu den Aufgaben des Instituts gehören Politikberatung, Menschenrechtsbildung, Information und Dokumentation, anwendungsorientierte Forschung zu menschenrechtlichen Themen sowie die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen. Es wird vom Deutschen Bundestag finanziert. Das Institut ist zudem mit dem Monitoring der Umsetzung von UN-Behindertenrechtskonvention und UN-Kinderrechtskonvention sowie der Berichterstattung zu den Konventionen des Europarats zu Menschenhandel und zu Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt betraut worden. Hierfür hat es entsprechende Monitoring- und Berichterstattungsstellen eingerichtet.
Das Institut sucht für den Aufbau eines Teams für die neue Aufgabe des Menschenrechts-Monitorings nach Artikel 10 der Verordnung 2024/1356 und Artikel 43 Absatz 4 Verordnung 2024/1348 im Rahmen des reformierten Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) zum 01.06.2026
eine*n oder mehrere Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (Volljurist*in).
Die Stelle ist eine Vollzeitstelle und wird entsprechend Entgeltgruppe 13 TVöD (Bund) vergütet. Sie ist bis zum 31.12.2027 befristet. Es handelt sich bei dem Monitoring-Mechanismus um eine Daueraufgabe aufgrund europarechtlicher Vorschriften, die dem Deutschen Institut für Menschenrechte gesetzlich übertragen wird. Die Stelle soll deshalb – vorbehaltlich der diesbezüglichen Zusage des Zuwendungsgebers – perspektivisch entfristet werden.
Dienstort ist Berlin.
Menschenrechtsarbeit braucht vielfältige Perspektiven. Wir begrüßen daher Bewerbungen von Menschen mit Diskriminierungserfahrungen, insbesondere von Menschen mit Behinderungen und Menschen, die sich als Sinti*zze, Rom*nja, Schwarze Menschen, Person of Color, jüdisch, muslimisch oder Geflüchtete bezeichnen, sowie von trans oder intergeschlechtlichen Personen und Hochschulabsolvent*innen der ersten Generation.
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor jeglicher Form der Ausbeutung und Gewalt ist für das Deutsche Institut für Menschenrechte eine zentrale Aufgabe und ein zentrales Anliegen. Das Institut hat sich daher eine Kinderschutz-Richtlinie für die eigene Arbeit gegeben und setzt die Bereitschaft, sich dem Verhaltenskodex dieser Richtlinie zu verpflichten, voraus.
Ihre Aufgaben:
- Mitarbeit an der Entwicklung eines Konzepts für den Monitoring-Mechanismus; u.a. Entwickeln von Standards, Erstellen von Leitfäden sowie ggf. Schulungsmaterial
- Durchführen von Besuchen in den Einrichtungen der Screening- und Asylgrenzverfahren; stille Beobachtung der Verfahren; Vor- und Nachbereitung der Besuche
- Auswertung von Dokumenten aus Screening- und Asylgrenzverfahren
- Mitarbeit im Rahmen der Beschwerdefunktion des Mechanismus
- Juristische Einordnung der gewonnenen Erkenntnisse
- Entwicklung von Empfehlungen an die Bundesregierung; Mitarbeit an einem Jahresbericht des Monitoring-Mechanismus
- Mitwirkung bei der Kontaktaufnahme und -pflege mit behördlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren vor Ort, nationalen Datenschutzbehörden sowie dem Europäischen Datenschutzbeauftragten und mit anderen Monitoring-Mechanismen auf europäischer Ebene und der EU-Grundrechteagentur
Mit der Durchführung des Projekts sind regelmäßige, in der Regel planbare, mehrtägige Dienstreisen innerhalb Deutschlands verbunden.
Voraussetzung für die Tätigkeit ist der erfolgreiche Abschluss einer Sicherheitsüberprüfung.
Ihr Profil:
- Volljurist*in
- Erfahrung im Migrations- und Asylbereich
- Erfahrung im Umgang mit Behördenvertreter*innen auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene
- Sprachkenntnisse: Deutsch C1 und Englisch B2; weitere Sprachkenntnisse wünschenswert
- Erfahrung in der Zusammenarbeit im Team
- Bereitschaft, mit Personen in Screening- und Asylgrenzverfahren umzugehen, die sich in einer sehr schwierigen Lebenslage befinden
Wünschenswert sind:
- Berufserfahrung im Migrations- und Asylbereich und in der Einzelfallberatung
- Erfahrung im Umgang mit Vertreter*innen von Nichtregierungsorganisationen oder Verbänden
- Erfahrung im Menschenrechts-Monitoring bzw. in der Überprüfung menschenrechtlicher Standards praktische Erfahrung mit Beschwerdemechanismen
- Erfahrung in einem interdisziplinären oder projektbezogenen Arbeitskontext
- Kenntnisse des deutschen, europäischen oder internationalen Menschenrechtsschutzsystems
- Kenntnisse des europäischen Asylsystems
Wir bieten:
Eine abwechslungsreiche und verantwortungsvolle Aufgabe in einem interdisziplinären, hochmotivierten Team, in dem eine wertschätzende Zusammenarbeit auf Augenhöhe gelebt wird. Sie können die Umsetzung des Monitoring-Mechanismus mitgestalten, der eine für das Institut neue, menschenrechtlich sehr relevante Aufgabe darstellt.
Durch eine flexible Arbeitszeitgestaltung und die Möglichkeit mobiler Arbeit ermöglichen wir eine gute Balance zwischen Berufs- und Privatleben. Wir bieten auch Unterstützung bei technischen Hilfsmitteln und sonstigen individuellen Bedarfen. Das Institut unterstützt nachhaltige Mobilität durch einen Zuschuss zum Deutschlandticket Job. Das Institut bezuschusst zudem die betriebliche Altersvorsorge (VBLU) sowie vermögenswirksame Leistungen. Unsere Mitarbeitenden können die Vorteile einer Mitgliedschaft im Sozialwerk Bund und der Wohnungsfürsorge des Bundes nutzen.
Für das gesamte Monitoring-Team besteht die Möglichkeit, eine Gruppen-Supervision in Anspruch zu nehmen.
Die Tätigkeit wird bei Vorliegen der persönlichen Voraussetzungen entsprechend Entgeltgruppe 13 TVöD (Bund) vergütet.
Kontakt:
Wir führen ein halb-anonymisiertes Bewerbungsverfahren durch. Zur Bewerbung nutzen Sie bitte ausschließlich unser Onlinebewerbungsformular und füllen die dort hinterlegten Bewerbungsunterlagen aus. Bitte schicken Sie uns weder Lebenslauf noch Anschreiben oder Foto. Bewerbungen, die per E-Mail eingehen, werden im Verfahren nicht berücksichtigt und gelöscht. Wenn wir Ihre vollständigen Unterlagen benötigen, werden wir Sie kontaktieren. Barrierefreie Bewerbungsformate stellen wir Ihnen gern zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie dafür Frau Anastasia Sergeeva, asergeeva(at)institut-fuer-menschenrechte.de oder Tel.: 030 – 259 359 – 483.
Die Bewerbungsfrist endet am 13.04.2026 um 23:59 Uhr.
Die Vorstellungsgespräche finden voraussichtlich zwischen dem 11.05.2026 und dem 13.05.2026 über Zoom oder MS Teams statt. Der genaue Termin wird mit der Einladung bekannt gegeben
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!
Ort: Berlin Bewerbungsfrist: 13.04.2026 Arbeitgebende Organisation: Deutsches Institut für Menschenrechte