Blitzlicht von der Spinn.Bar zu Friedensarbeit: 2 Vertreter:innen von Pro Peace und EIRENE berichten

Im Rahmen unserer digitalen "Arbeitgeber-Insight" mit unserem Kooperationspartner NachhaltigeJobs standen uns am 16.09.2025 zwei erfahrene Stimmen aus der Friedensarbeit Rede und Antwort: 
Manssour Monsef, Head of Human Resources bei EIRENE, und Julia Burmann, Leiterin der Akademie für Konflikttransformation und des Programms Kommune und Konflikt bei ProPeace. Das Gespräch bereicherte uns mit spannenden Einblicken in die persönlichen Werdegänge der Referent:innen, Zukunftsperspektiven der Friedensarbeit sowie in die Herausforderungen, die das Feld heute prägen. 

Wege in die Friedensarbeit 

Manssour Monsef kam selbst als Geflüchteter aus dem Iran nach Deutschland, wo er Psychologie und Sportwissenschaften studierte. Früh entwickelte er ein starkes Engagement für die Themen Konfliktprävention und Antirassismus. Seit der Mitgründung der Akademie für Konflikttransformation war er in verschiedenen internationalen Projekten, unter anderem auf den Philippinen und in Äthiopien, tätig. Heute gestaltet er bei EIRENE Personalprozesse mit einem rassismuskritischen Fokus. 

Julia Burmann studierte Regionalwissenschaften Lateinamerika und arbeitete zunächst in der Kinderrechtsarbeit bei Organisationen wie Kindernothilfe, Save the Children und UNICEF. Heute leitet sie bei ProPeace die Akademie für Konflikttransformation sowie das Programm Kommune und Konflikt. 

Erfahrungen aus der internationalen Arbeit 

Beide Referent:innen betonten, wie prägend Auslandseinsätze für ihre Haltung und ihr professionelles Handeln waren. Manssour Monsef hob hervor, dass ihn die Auseinandersetzung mit Ambiguitäten in komplexen Kontexten bis heute begleite. Julia Burmann unterstrich die Bedeutung von Rollenklarheit: Friedensfachkräfte seien keine „Friedensexpert:innen“, sondern Prozessbegleiter:innen, die Menschen vor Ort darin unterstützen, ihre Konflikte selbst zu bearbeiten. 

Anforderungen an (künftige) Friedensfachkräfte 

Neben Fachkompetenz zählen vor allem Haltung, Reflexion der eigenen Rolle und der eigenen Privilegien, sowie die Fähigkeit zu prozessorientiertem Arbeiten, Beratungskompetenzen sowie konfliktsensibles Projektmanagement. 

Zukunft der Friedensarbeit 

Manssour Monsef sieht eine spannende Entwicklung: „Früher dachte man, Konflikttransformation ist nur im globalen Süden relevant.  Heute wächst der Bedarf auch hier in Deutschland.“  

Julia Burmann weist zudem auf die wachsenden Herausforderungen hin: Die Räume für Konfliktarbeit werden enger, die Herausforderungen wachsen schneller als die Chancen: „Man braucht Resilienz, um diesem Feld gewachsen zu sein.“ 

Laut Julia Burmann eröffnen insbesondere Bereiche, die ganzheitliche Ansätze verfolgen, zukunftsweisende und gefragte Tätigkeitsfelder: Insbesondere die Verbindung von Friedensarbeit mit Klimakrise und Ressourcenkonflikten sowie mit der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit (sog. HDP-Nexus) gelten als Wachstumsfelder. 

EIRENE als Arbeitgeber 

Manssour Monsef gab uns einen Insider-Einblick in die Personalplanung bei EIRENE: Für das erste Quartal 2026 sind mehrere Stellenbesetzungen für internationale Projekte auf drei Kontinenten geplant. 

Was EIRENE als Arbeitgeber besonders macht: Konsensorientierte Entscheidungsstrukturen und ein solidarisches Einheitsgehalt. Ein besonderes Anliegen von Manssour Monsef ist es, den Zugang für Fachkräfte aus dem Globalen Süden zu öffnen – inzwischen sind EIRENE-Teams deutlich diverser als noch vor wenigen Jahren. 

Weiterbildungsangebote der Akademie für Konflikttransformation 

Für berufserfahrene Fachkräfte empfiehlt Julia Burmann die berufsbegleitende Weiterbildung (10 Monate) der Akademie für Konflikttransformation, die ab Februar 2026 in Köln startet: Friedens- und Konfliktarbeit – Berufsbegleitende Weiterbildung 2026 

Wer sich zunächst allgemein über das Berufsfeld Friedensarbeit informieren will, findet im 3-teiligen Info-Seminar “Der Zivile Friedensdienst als Beruf” eine niedrigschwellige Möglichkeit. Start ist am 27.10.2025. 

Einen ersten Einblick ins Berufsfeld Friedensarbeit – mit persönlichen Erfahrungen von Julia Burmann – erhältst du zudem in diesem umfassenden Job Portrait: Zum Artikel 

Fazit 

Das Gespräch zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig und herausfordernd die Arbeit im Bereich ziviler Friedensdienst ist. Trotz Finanzierungsengpässen, trotz politischer Unsicherheiten – die Friedensarbeit bleibt unverzichtbar. Oder wie Manssour Monsef es formuliert: „Frieden ist ein Bedürfnis von allen Menschen.“ 

Eine schönere Key Message hätte unser Austausch nicht erhalten können.